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Der Säure-Basen-Haushalt ist eine entscheidende Grundfunktion des menschlichen Körpers. Energiegewinnung der Zelle geht immer mit Bildung von Säuren einher.

Der Körper ist jedoch hervorragend darauf eingerichtet, das Säure-Base-Verhältnis im Gleichgewicht zu halten, d.h. Säuren über die Nieren, die Lunge, den Darm und die Haut auszuscheiden. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich jedes biologische System erschöpfen kann.
Das erscheint optisch als ein Makrokosmos, die entscheidenden Lebensfunktionen spielen sich jedoch im Mikrokosmos, in der Zelle und im Grundgewebe ab.

Wir fühlen uns dann „ausgelaugt”, antriebsarm, Unwohl, haben Durchblutungsstörungen, Gelenkbeschwerden, chronische Schmerzen, Allergien, Nierensteine, Osteoporose etc.
Es kommt zur typischen Entmineralisierung durch Übersäuerung, zur Azidose.

Die der akuten Azidose vorangegangene Minderung der Pufferkapazität wird als latente Azidose bezeichnet.
Dieser Zustand, welcher sich auch mittels Blutserum Analyse nach Jörgensen (pH-Pufferkapazitäts-Messung) erfassen lässt, findet sich bei Patienten sehr häufig.

(Procain-)Basen-Kurzinfusion

Inzwischen findet die Problematik einer lokalen Übersäuerung im Mikromilieu von Tumoren zunehmende Beachtung und könnte neue Perspektiven in der unterstützenden biologischen Krebstherapie eröffnen (Effektivitätssteigerung der Immuntherapie durch Verbesserung der Durchblutung und Alkalisierung in der Mikroumgebung von Tumoren). Der alleinige erfolgreiche Einsatz von Baseninfusionen wurde von Dr. Michael Worlitschek beschrieben. Jedoch bleiben die Effekte aufgrund des fehlenden “Weitstellers” der kleinen peripheren Gefäße hinter denen der Infusionstherapie mit Procain-Basen zurück.

Procain zeichnet sich als Lokalanästhetikum von geringer Toxizität, guter Steuerbarkeit, Serumabbau und hoher regulativer Potenz aus. Chemisch betrachtet ist Procain ein basischer Ester, der nur als saures Salz (z.B. als Hydrochlorid ) löslich ist.

Die Injektionslösungen haben daher für ihre notwendige Wasserlöslichkeit einen pH-Wert von 4 – 6.Das Körpergewebe mit einem pH-Wert von 7,45 wirkt hierbei als Puffer.

Ein saures Milieu im Gewebe, zum Beispiel bei Entzündungen, vermindert aber die Wirkung des Lokalanästhetikums Procain. Zur Verminderung einer frühzeitigen Dissoziation mit nachfolgendem Abbau im Serum wird der Infusionslösung deshalb eine physiologische Base (Natriumhydrogencarbonat) zugesetzt. Durch den Zusatz von Natriumbicarbonat 8,4% Lösung wird der pH-Wert der Infusionslösung und damit der Anteil der nicht dissoziierten und somit membrangängigen Procain-Moleküle erhöht. Damit können höhere periphere Anflutungsraten von Procain erreicht werden.

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